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Mit Pilzmännchen - Pilze einfach selber züchten.
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Der Pom-Pom (Hericium erinaceus)

Der Pom-Pom (Hericium erinaceus)

Hauptmerkmale

Findet man den Pom-Pom (oder Igelstachelbart, Löwenmähne oder Affenkopfpilz) zum ersten Mal in der freien Natur ist sich der Finder unter Umständen gar nicht so sicher ob er es hier mit einem Pilz oder einem Stück Fell oder etwas ganz anderem zu tun hat, so beeindruckend und ungewöhnlich ist das Erscheinungsbild dieses Pilzes. Der gesamte Fruchtkörper dieses zu den Stachelbärten gehörenden Pilzes besteht aus nach unten weisenden, langen und büscheligen „Stacheln“. Die Gesamtgröße des Pilzes kann ca. 20-50 cm erreichen, die Farbe ist reinweiß oder beige, er kann auch rötliche Verfärbungen haben. Die Stacheln entspringen einem gemeinsamen Strunk und werden 2-6 cm lang sowie wenige Millimeter dick. Das Fleisch ist ebenso weißlich und besitzt eine bissfeste Konsistenz. Der Geruch ist eher unbedeutend, sein Geschmack ist mild. Man findet seine Fruchtkörper zumeist an alten Laubbäumen wie Eiche oder Buche.

Der Igelstachelbart hat noch zwei einheimische Verwandte,den Tannen-Stachelbart (Hericium flagellum) der bevorzugt auf Tannenholz erscheint und den Ästigen Stachelbart (Hericium coralloides) der auf Laubholz vorkommt. Jeder dieser Stachelbärte entzückt das Auge des Betrachters durch seine beeindruckenden Erscheinung.

Geschichtliches

Der Pom-Pom wird schon seit langer Zeit in China gezüchtet da er auch in der TCM (Traditionellen Chinesischen Medizin) verwendet wurde. Er wird in China in Behältnissen aus Kunststoff oder Glas auf verschiedensten Substraten kultiviert. Hier kommen u.a. Reismehl, Altpapier, Sägemehl und viele weitere Pflanzenrückstände in Betracht. Da er in Deutschland sehr selten ist sollte man ihn lieber gleich selbst kultivieren. Viele Pilzsammler haben den Pom-Pom sogar noch nie gefunden.

Verwendung in der Küche

Den Pom-Pom nicht waschen, er saugt sich dann nämlich mit Wasser voll! Er schmeckt vorzüglich in Scheiben gebraten, man kann ihn auch gut panieren. Wie immer auf ausreichend lange Garzeit achten. Vom Geschmack her erinnert der Pom-Pom durchaus an „helles“ Fleisch wie Kalb oder Geflügel. Hervorzuheben sind seine leicht fruchtigen, zitronigen Aromen.

Ernährungswert

In seinen Ernährungswerten steht der Pom-Pom anderen Speisepilzen nicht nach. Bemerkenswert beim Pom-Pom ist der hohe Gehalt an freien Aminosäuren, besonders die freien essentiellen Aminosäuren. Es konnten insgesamt 19 freie Aminosäuren nachgewiesen worden, darin enthalten alle essentiellen Aminosäuren außer Methionin und Tryptophan.

Ökologie

Der Pom-Pom ist ein Wundparasit alter Laubbäume, besonders Eiche, Buche und Obstbäume. Dabei ist er sowohl an liegenden Stämmen, noch stehenden Stämmen als auch an Baumstümpfen zu finden. Wichtig oder besser begünstigend für sein Wachstum ist eine relativ hohe Luftfeuchtigkeit. Der Pom-Pom ist in der gesamten nördlichen Hemisphäre zu finden. In Europa ist er fast überall nachgewiesen aber er ist ein äußerst seltener Pilz..